Unser Dorf Borken

 

Die Ortschaft Borken befindet sich nördlich der Kreisstadt Meppen im Landkreis Emsland.

Koordinaten: 52° 43' 34" N, 7° 17' 21" O

 

Ein kurzer historischer Überblick über das Dorf (Gemeinde) Borken

  Dieser Text stand in der Chronik der RK-Borken und wurde 1977 von Bernhard Koopmann verfasst. Für die Internetseite wurde der Text leicht nachbearbeitet und ergänzt.

Borken hat heute knapp 550 Einwohner auf einer Fläche von 10,28 km² und gehört zu den Nordstadtteilen Meppens. Vermutlich wurde Borken im Jahr 861 erstmals urkundlich erwähnt. Eine Hebeliste des Klosters Corvey nennt einen Ort „Burgiun“, der zur Meppener Propsteikirche gehört. Um 1.000 taucht „Burcnun“, um 1.150 „Burk“ und 1461 „Borcken“ auf. Der Name könnte „Wohnsitz am Birkengehölz“ bedeuten. Also ist die Ortschaft bereits über 1140 Jahre alt. Man vermutete, dass das damalige Dorf Borken aus einem Burgherrn und 7 Familien (Leibeigene des Burgherrn, der seine Wasserburg in den jetzigen Bergkämpen hatte) bestand. Später aber, etwa um das 13. Jahrhundert, kamen die "Liekedailers" oder Gleichmacher (eine Art früher Kommunisten) vom Norden aus Dänemark und Norwegen bis in die norddeutsche Tiefebene und haben den Burgherrn vertrieben und seinen Besitz, etwa 12.00 ha, an die sieben Leibeigenen aufgeteilt. Daher gibt es auch heute noch 7 Vollerben in etwa der gleichen Größe.

Um 1900 zählte das Dorf nur rund 100 Einwohner, die Markengemeinde bestand aus sieben Bauern und einem Heuermann. Einen Einschnitt bedeutete für Borken die Ansiedlung des Krupp’schen Schießplatzes 1877. Die Borkener Bauern bzw. Markengemeinde mussten jedoch einen Teil ihrer Flächen, die sog. "Borkener Tannen" abgeben oder konnten diese Ländereien verpachten.Nach dem ersten Weltkrieg, besonders aber nach dem zweiten Weltkrieg, entwickelte sich das Dorf zu seiner jetzigen Blüte. 

Im Jahre 1925 wurde das erste Kriegerehrenmal in Gemeinschaftsarbeit errichtet. Bis 1960 wurden noch alle in der Gemeinde Borken anfallenden Arbeiten durch Hand- und Spanndienste freiwillig durchgeführt, wie Wegeausbesserung, Grabenreinigung usw. Durch einen "Umlauf" vom Bürgermeister wurde bekannt gemacht, wann und wo gearbeitet werden musste. Im Jahre 1935 erhielt das Dorf die erste befestigte Straße. Nach den letzten Krieg nahm die Entwicklung des Dorfes bzw. der Gemeinde schneller seinen Fortgang. Bei Kriegsbeginn hatte die Gemeinde eine Einwohnerzahl von 102 in 15 Haushalten.

In Jahre 1959 wurde unser heutiges Kriegerdenkmal neu gebaut. Das Material bezahlte die Gemeinde, aber sämtliche Arbeiten wurden unentgeltlich von den Gemeindemitgliedern ausgeführt. Gut 11% der Gemeindebevölkerung hat im letzen Krieg ihr Leben als Soldat an der Front gelassen. 1968 schlossen sich 12 Reservisten der Bundeswehr aus Borken zu einer Kameradschaft zusammen. Zunächst trug dieser Verein den Namen "Reservistenclub Borken" und wurde später in Reservistenkameradschaft Borken umbenannt. 

 Im Jahre 1923 trennten sich die Borkener vom Kriegerverein Hemsen und gründeten eine eigene Schützengilde,  die unter den Buchen bei Koopmann jährlich ihr Fest feierte. Nach einigen verregneten Festtagen war es aber vorbei. 1927 soll das letzte Fest stattgefunden haben. König war Bernhard Bruns, Königin Margret Vieler. Im Jahre 1928 erfolgte dann wieder die Vereinigung mit dem Kriegerverein Hemsen (heute Schützenverein).

Nach 46 Jahren wurde in Borken wieder ein Fest gefeiert - im Jahre 1973 fand zum ersten Mal in Borken auf dem Sportplatz ein Sommerfest der RK-Borken statt. Dieses war ein voller Erfolg. Somit richtete die RK-Borken bis heute jedes Jahr im August ein Sommerfest aus. In einer Gedenkfeier am Kriegerdenkmal wird noch heute den Gefallenen und Vermissten Soldaten aus Borken gedacht.

Das "Wahrzeichen" von Borken, der Glockenturm

Der deutliche Anstieg der Einwohnerzahlen begann Anfang der siebziger Jahren, als das Neubaugebiet Osteresch entstand. In Frühjahr 1977 wurde der Glockenturm gebaut und eingeweiht, da der alte Glockenturm von 1881 baufällig geworden war. Die damaligen Kosten (über 10.000 DM) wurden von den Gemeindemitgliedern freiwillig gespendet, ebenso wurden sämtliche dazugehörigen Arbeiten freiwillig und unentgeltlich durchgeführt.

Bis 1982 zierte den Ort Borken noch eine Gaststätte. Die Waldschänke Klaas wurde jedoch vom Wirt Hermann Klaas aus Altersgründen geschlossen. Diese Kneipe diente der RK-Borken als Vereinslokal. Zusammen mit dem Nachbarort Hemsen gründete man 1971 den Angelsportverein Hemsen-Borken e.V., der Fischereirechte an landschaftlich reizvollen Abschnitten der Ems und des Dortmund-Ems-Kanals besitzt.

Seit der Gebietsreform 1974 ist die Gemeinde Borken nicht mehr selbstständig, sondern in die Stadt Meppen eingegliedert worden. Zusammen mit Hemsen, Hüntel und Holthausen gehört Borken zu den sogenannten „Nordgemeinden“. Diese vier Dörfer bilden das Kirchspiel Hemsen. Der letzte Ortsvorsteher von Borken war Bernhard Koopmann.

Im Jahre 1988 erbauten, im Rahmen der Dorferneuerung "Unser Dorf soll schöner werden", die Mitglieder der Reservistenkameradschaft in Eigenleistung das neue Bushaltehäuschen im Ortskern von Borken. 1991 feierte das ganze Dorf die 1130 Jahrfeier der Ortschaft. Aus diesem Anlass richtete die RK-Borken ein großes Fest aus. Ende der 90´iger Jahre entstand in Borken ein weiteres Neubaugebiet. Die Straße trägt den Namen "Bürgermeister-Bruns-Straße". benannt nach einen früheren Bürgermeister der Gemeinde Borken.

Zu Jahresbeginn 2006 wurde durch die Initiative mehrerer Borkener Bürger die Möglichkeiten für ein Dorfgemeinschaftshaus in Borken geschaffen. Nach einer erfolgreichen Bürgerversammlung wurde der Heimatverein Borken e.V. gegründet und gleich darauf mit dem Bauarbeiten dieses Hauses begonnen.

Eines der wertvollsten Naturschutzgebiete der Region liegt drei Kilometer westlich des Ortskern: das „Borkener Paradies“. Ein alter Emsarm umgibt eine historische Hudeweide, die für die ursprüngliche Landschaft Nordwestdeutschlands charakteristisch ist. In früherer Zeit konnte jedes Mitglied der Markengemeinde eine bestimmte Anzahl Vieh auf diesem rund 30 Hektar großen "Allmendegebiet" weiden lassen. Heute wechseln feuchte und trockene Weideflächen mit knorrigen Einzelbäumen ab mit Schlehdorngebüschen und Eichenwäldchen.

 

 

Naturschutzgebiet Borkener Paradies

 

Fahrrad- und Fußgängerbrücke über die Ems bei Borken

 

 

An den Ortseingängen stehen diese Steine, sowie am Glockenturm ein Schild mit dem Jahr der Ersterwähnung des Ortes.

 

Das Borkener Bushaltehäuschen, erbaut von der RK-Borken

 

Das Borkener Ehrenmal

 

Das Borkener Dorfgemeinschaftshaus

 

Noch ein paar statistische Daten:

Einwohnerzahlen:

Jahr Einwohner
1821 56
1848 77
1871 99
1885 100
1905 106
1925 97
1933 101
1939 211
1946 225
1950 201
1956 190
1961 194
1970 280
1980 477
1990 466
2000 513
2003 540
2005 545
2007 550
2011 572